Der perfekte Spinning Raum

Der perfekte Spinning Raum

Ein motivierendes Umfeld für Indoor cycling

„Big wheel keep on turning“, das sang Tina Turner 1970. Das Rad muss sich drehen. Bewegung und Innovation sind Eigenschaften eines erfolgreichen Fitnessstudios. Group-Fitness-Kurse und im speziellen Spinning tragen einen wesentlichen Teil zum geschäftlichen Erfolg eines Fitnessclubs bei. Dem Indoor-Cycling wird ebenfalls eine besondere Rolle in der Kundenbindung zugesprochen.

Um Mitglieder zum gemeinsamen Spinning-Kurs zu motivieren, benötigt es positives Feedback, Sicherheit, Vertrauen und eine „gewisse Lagerfeuer-Atmosphäre“ mit ausreichend Raum zum Austoben. Hier passiert sehr viel unbewusst und beginnt schon mit dem Betreten des Raumes. Er soll zum Betreten auffordern. Man denkt spontan an die Gestaltung und Einkaufs-Atmosphäre von Shops bekannter Lifestyle Marken.

Luft, Licht, Akustik und Einrichtung. Stimmt´s? Es riecht gut, es sieht toll aus und die Hintergrundmusik macht gute Laune. Jetzt sind wir beim Thema.

Angenehme Atmosphäre

Irgendwie kann man neben dem Geruch die Luft auch fühlen – in Kombination mit der entsprechenden Temperatur und Frische zieht das an oder hält den Besucher auf Distanz. Beim Betreten gerne trocken und angenehm temperiert. Während der Aktivität frisch und eher kühlend – ohne dass es zieht - und schon wieder etwas wärmer am Ende des Trainings in der ruhigen Kursphase. Auf keinen Fall frieren.

Das schafft nur eine automatisierte Klimaanlage. Falls der Spinning-Raum damit ausgestattet ist, bitte entsprechend programmieren. Das geht in einem modernen Gym via Smartphone App. Ansonsten sind Heizung und Fenster quasi die manuelle Klimaanlage. Beides rechtzeitig öffnen oder schliessen.

 

Aufgeräumter Trainingsraum

Sollen Räume spontan und gerne betreten werden, wollen sich die Augen an klaren Strukturen in einer klaren Ordnung orientieren. Unser Unterbewusstsein strebt nach der Sicherheit, die dadurch vermittelt wird. Trainingsutensilien können hinter einem Vorhang unsichtbar gemacht werden und dieser Vorhang kann den Raum schmücken. Warme Naturfarben mit Holz- und Steindesign strahlen Wärme und Stabilität aus. Die Gestaltung der Rückwand, also die Wand hinter dem Coach, lenkt mit ihrem Design kaum ab und verhilft dem Instruktor zu mehr Präsenz. Und hier ist schon die Frage nach Spiegeln. Brauche ich die, wenn ich auf dem Spinner Bike trainiere? Wer kann und will sich überhaupt während der gesamten Kursstunde sehen? Eigentlich nur die erste Reihe und diejenigen mit einer großen Portion positiver Selbstwahrnehmung. Ein empathischer Spinning Coach kann mit einem Vorhang auf die Wünsche der Teilnehmer eingehen.

Das richtige Licht

Licht ist schrill, kalt, heiß, bunt, weiß, hell, gedämpft, beruhigend, aktivierend, konstant, pulsierend. Licht kann alle Stimmungen erzeugen und verstärken. Wir benötigen eine entsprechende Atmosphäre vor Kursbeginn, zum Aufwärmen, im Hauptteil, zum Cool-Down und auf Widersehen sagen. Begrüßung, Aktivierung, Intensität und Entspannung. Die Helligkeit und die Farben spielen hier die Hauptrolle. Der Blick in das Spektralmuster des Lichts zeigt unterschiedliche Wellenlängen und somit Energiegehalt. Die Regenbogenfarben zeigen von links nach rechts die zunehmende Power der unterschiedlichen Farben wie sie auch im Stundenverlauf ausgewählt werden können. Von Dunkelrot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Violett nimmt der Energiegehalt zu. Gedimmtes Licht wirkt leichter als grelles. Konstantes Licht wirkt vertrauter als pulsierendes. Bleiben oder fliehen? Je nach Charakter und Intensität des Kursformates bringt hier ein Lichtsteuerungspult auf Knopfdruck die Lösung. 8 Bedienknöpfe reichen aus. Willkommen – Warm-Up – Hauptteil – Cool-Down. Pulsierend – Konstant. Dunkler – Heller. So findet sich auch der nicht technisch versierte Instruktor während der Kursstunde schnell und unauffällig zurecht.

 

Der Ton macht die Musik

Musik beeinflusst die Unterrichtsstimmung. Klar! Klare Töne helfen selbst bei geringer Lautstärke die  Impulse zu setzen und das soll die Musik auch. Lautsprecher-Boxen, hier gibt es mittlerweile auch optische Hingucker, unbedingt so verteilen, dass der Raum gleichmäßig beschallt wird. Der Ton muss ohne Rückkopplung in den Ohren ankommt. Ganz besonders betrifft dies das Mikrofon. Es kann eine Trainingsstunde durch seinen Sprecher verzaubern, aber auch eine Stunde zerstören. Qualität ist hier Trumpf. Mikrofone, die das Eindringen von Schweiß verhindern gibt es bereits im Markt und sie sind besonders beim Spinning sehr hilfreich. Dort wird viel geschwitzt und der Kopf ist nicht immer aufrecht, so dass die Flüssigkeit auch mal in die falsche Richtung fließen kann.

Platz, Position und Präsenz

Menschen fühlen sich mit dem Blick zur Eingangstür deutlicher wohler als mit dem Rücken zu Ihr. Diese Ur-Verhaltensweisen beeinflussen auch unsere Gefühlslage in einer Spinning Stunde.
Platzieren Sie die Musik-Anlage und auch die „Bühne“ vorne im Bereich der Eingangstür am besten diagonal zum Raum und drei Fliegen werden mit einer Klappe geschlagen. Der Teilnehmer hat immer Blick wer kommt und wer geht – sehen und gesehen werden.
Es geht weniger wertvolle Trainingsfläche verloren, da der Bereich um den Eingang ohnehin nicht zum Training genutzt wird. Ecken und Randbereiche sind somit sinnvoll genutzt.
Am Ende der Trainingseinheit kommt jeder Teilnehmer am deutlich präsenteren Kursleiter vorbei. Was für eine tolle Gelegenheit für einen nochmals persönlichen Small Talk oder ein persönliches Verabschieden. Mitglieder-Bindung pur. Die Stunde so beenden wie sie begonnen hat. Wohlfühlen, Persönlich, Erfolgreich im Gefühl.

Gemäß dem Motto, das Auge, die Nase und das Ohr trainieren mit. Dort wo ich mich gerne aufhalte, komme ich gerne zurück. Wohin ich regelmäßig zurückkomme kann ich beständig an meinem Ziel arbeiten und es schließlich erreichen. Dann muss es nur noch mit einer jahrelangen Mitgliedschaft gepflegt werden. Und das wollen wir doch alle? Oder?

Author Information

von Martin Timmermann, Juli 2017

Martin ist Dipl. Sportwissenschaftler (Univ.), Spinning Master Instruktor sowie Power Specialist Master Trainer und seit 18 Jahren internationaler Ausbilder und Referent für das Spinning Programm. Für den Konzern Amer Sports mit der Marke PRECOR ist Martin als Strategic Account und Category Manager tätig.