Warum Spinning Training mit Leaderboards und Screens erfolgreich ist

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Warum Spinning Training mit Leaderboards und Screens erfolgreich ist

Wirklich sichtbar – Trainingsdaten und Virtual Reality

`Spinning Insider` und Spinning Instruktoren kennen den Begriff: ´Visualisierung`. Was damit gemeint ist? Coaching Anweisungen so zu formulieren, dass Bilder im Kopf entstehen. Nun, unser Fühlen, Denken und Handeln wird von Bildern geprägt. Dinge, die wir vor unserem inneren Auge haben, oder Dinge, die tatsächlich vor uns sichtbar sind, führen zu Aktionen. Im Grunde sind es nur drei Zustände. Verweilen, Fliehen oder Angreifen. Überlebensnotwendig seit der Vergangenheit. Und das ist auch heute so. Naheliegend, diese Ur-Mechanismen zur Trainingsmotivation einzusetzen.

Die Technik

Final ist es ein Bildschirm oder eine Leinwand – am besten in einer überdimensionierten Größe. Jeder Teilnehmer möchte alles gut erkennen und voll in das Geschehen eintauchen. Gespeist wird das Farben-, Bild- und Datenspiel von einem sogenannten Leaderboard. Das ist eine Hard- mit Software, die mittels eines zwischengeschalteten Receivers Live-Trainingsdaten der Spinning-Kurs-Teilnehmer empfängt. Das kann auf zwei Weisen geschehen:

  • Direkte Herzfrequenz-Übertragung eines geeigneten Brustgurtes
  • Trainings-Computer, der gebündelt zusätzliche Daten sendet
    • Herzfrequenz - HF
    • Trittfrequenz - RPM
    • Leistung – Watt
    • Trainingsstrecke
    • Energieverbrauch

Übertragungswege sind Bluetooth oder ANT+. Mittels dieser werden die einzelnen User über eine codierte Kennung identifiziert und deren individuelle Trainings-Datenbank gefüttert.

Trainingsdaten

Das wunderbare ist, dass man diese Technologien ausserhalb von Schema F einsetzen kann. Die Roh-Trainingsdaten, wie oben aufgezählt, können in weiteren Schritten individualisiert werden und zeigen sehr viel mehr als nur nackte Zahlen. Damit lassen sich maßgeschneiderte, Herzfrequenz- oder Leistungsbasierte Trainingsbereiche errechnen. Zusätzlich können Schwellenkonzepte eingebaut werden. FTP (Functional Threshold Power) basiert darauf und jeder Kursteilnehmer hat damit den gleichen Trainingseffekt, unabhängig vom Trainingszustand. Quasi wie beim Golf-Handicap, das natürlich im Laufe der Zeit immer besser wird. Die regelmäßige Auswertung, Pflege und Aktualisierung der Datenbank, auf die der Trainer und jeder Teilnehmer persönlich Zugriff hat, macht es möglich.

Die Trainingsdaten können abhängig nach Zielgruppen und Interessenlagen in verschiedenen Darstellungsformen im Kurs visualisiert werden und geben ein Sofort-Feedback. Spinning Instruktoren können Intensitäts-Zonen nach den Spinning Energy-Zones oder nach den SPINPower- Zones auf Watt Basis (% PST Schwelle) definieren. Je nach Wunsch anonym oder öffentlich erkennbar. Man ist nun der Gruppe gegenüber sichtbar. Forschungen belegen, dass dadurch die Leistungsbereitschaft zunimmt.

Trainings-Strecken

Alles eine Frage der Distanz und Zeit. Es gibt sehr weitentwickelte Systeme wie zum Beispiel SPIVI, dort schlüpft man in einen persönlichen Avatar, der je nach individueller Leistungsdefinition mit den abgerufenen Trainingsdaten Fahrt aufnimmt. Das ist Spaß und Feedback pur. Wer ständig in der ersten Reihe fahren möchte, muss immer am oberen Ende der geforderten Zone zu finden sein. Mitten im Peloton zu fahren ist für alle ein tolles Erlebnis, selbst wenn man nicht alles geben möchte. Virtuelle Landschaftsbilder und 3D Animation machen das Ganze noch lebendiger. Ein fest im Geschehen eingebundenes Fahr-Erlebnis wird garantiert. Der Coach, der Spinning Instruktor, kann dieses Streckenprofil im Voraus planen, aber auch simultan steuern. „Always expect the unexpected!“

Trainings-Welten

Das Trainingstool simuliert bekannte Radstrecken und berühmte Landschaften. SPIVI ist auch hier ein Vorreiter. Selbst LIVE-Aufnahmen von berühmten Radrennen können virtuell gecoacht werden. Dank der RPE Skala können im Film alle Kursteilnehmer im Feld der Profis fahren. Ein sensationelles Zusatzmodul, das ein pures und reales Fahrerlebnis garantiert.

Spiel und Entertainment

Das Kind im Manne, der Unterhaltungs- und Spieltrieb der Mitglieder ist ungebrochen. In Teams eingeteilt, können die Gruppen auf Kalorien-, Herzfrequenz- oder Leistungsbasis versuchen, verschiedene Animationen durch hohen oder gezielten Trainingseinsatz auf Niveau zu halten. Wettkampf, Feedback, Team- und Erfolgserlebnisse werden auf leichtem Wege erzeugt.

Dokumentation

Die Sport- und Trainingswissenschaft weiß mit den Daten richtig umzugehen. Im Längsschnitt können Steigerungen durch gezieltes und regelmäßiges Training belegt werden. Speziell im leistungsbasierten Training sind diverse Schwellenkonzepte sehr hilfreich. Nicht zuletzt die funktionelle Leistungsschwelle, wenn der Quotient aus Watt und Kilogramm Körpergewicht immer höher wird. Entweder weil die Leute stärker werden. Oder weil die Leute bei gleicher Kraft leichter werden. Oder beides, was beim Radsport auf jeden Fall ideal ist. Hier sagen Zahlen immer die Wahrheit.

Motivation

Wiederholungen sind der Schlüssel zum Erfolg. Für den Clubbetreiber als auch für die Teilnehmer. Training benötigt Konstanz und Einsatz. Feedback und positive Verstärkung sind dabei ein wichtiger Bestandteil. Nutzer der verschiedenen Leader-Board-Systeme erhalten deswegen nach jedem Training eine Dokumentations-Email.

Das ist wie die Aussicht ins Tal von einem hohen Berg – nur dass man schon wieder unten ist.

 

Author Information

von Martin Timmermann, Mai 2018

Martin ist Dipl. Sportwissenschaftler (Univ.), Spinning Master Instruktor sowie Power Specialist Master Trainer und seit 18 Jahren internationaler Ausbilder und Referent für das Spinning Programm. Für den Konzern Amer Sports mit der Marke PRECOR ist Martin als Strategic Account und Category Manager tätig.