Fusion-Classes

Spinning Blog

Fusion-Classes

Kern-Fusion. Company-Fusion. Class-Fusion. Begriffe der Naturwissenschaft, Ökonomie und des modernen Trainings. Fusionierung, das Verschmelzen von gleichen oder ungleichen Systemen, verlangt zunächst einen erhöhten Aufwand und soll dann zu besseren und ertragreicheren Ergebnissen führen. Höhere Energieproduktion – Optimierung – gebündelte Vielfalt.

Für das Angebot in Fitness-Clubs wird dadurch eine dreifache Gewinn-Situation geschaffen. In kürzerer Zeit können Mitglieder umfangreichere Trainingsreize setzen, der Fitness-Club hat seine Trainingsfläche bestens genutzt und es werden weitere Zielgruppen durch kombinierte Group-Fitness Angebote angesprochen.

 

Fusion – was kann sinnvoll mit Indoor Cycling verbunden werden?

Alles was zu einer Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit beiträgt und einen hohen Grad an Anwendungsflexibilität mitbringt. Kraft – Ausdauer – Schnelligkeit – Beweglichkeit – Koordination sind die Hauptkomponenten, die unsere körperliche Schaffenskraft bestimmen. Je nach sportlicher Betätigung wird von einem Faktor mehr, vom anderen weniger verlangt. Insgesamt ist dennoch eine gewisse Ausgewogenheit, und das gilt insbesondere für den Fitness-Sportler, unbedingt zu empfehlen. Die Kraft wird bei muskulärem Einsatz gegen Widerstand oder bei Bewegungen gegen Widerstand gefördert, Ausdauer benötigt eine längere Belastungsdauer der Muskulatur, des Herz-Kreislauf- und Stoffwechselsystems, Schnelligkeit als kurzzeitige Erscheinung, Beweglichkeit kann mit allem und speziell mit der Koordination in seinen Basisfertigkeiten trainiert werden.

Über viele Jahre kann und konnte man beobachten, dass vor allem engagierte Spinning Teilnehmer und Radsportler einseitig trainieren und eine unausgewogene Leistungsfähigkeit und auch negative Auswirkungen auf den Halte- und Stützapparat aufzeigen. Fusion-Classes sind ganz besonders für diese Zielgruppe geeignet und erforderlich. Kurz gesagt bekommen die Spinning Fans davon mehr Kraft im Antriebssystem – in den Beinen, mehr Stabilität im Rumpf und Schultergürtel für einen effektiven Krafttransfer und eine deutlich bessere Haltung. Man sieht dann auch besser aus. Nicht nur auf dem Bike.

 

Flächen- und Gerätebedarf

Die Trainingszonen in den Fitness-Clubs werden ständig erweitert und dafür gibt es als Fusion-Class Fläche grundsätzlich zwei hervorragende Möglichkeiten. Das wäre die „Functional-Zone“ auf der Gerätefläche oder der Group-Fitness Raum. Beide sind idealweise mit einer Queenax Station, die je nach Ausmaße 8 – 24 Teilnehmern Patz bietet, ausgestattet. Dazu gibt es 19 individuelle Lösungen, die zu fast jeder Raum-Architektur mit ausreichender Deckenhöher passen können. Je nach Konfiguration und inklusive mobiler Zusatztrainingsgeräte darf man gerne 40 – 96 m2 einkalkulieren.

  • Queenax Station (mit zahlreichen Applikationen für Suspension Training, unterstütztes Training, Gleichgewicht und Koordinationsboards, Seile, Handleitern, Rebounder …). Für Kraft und Stabilität, Beweglichkeit, Koordination.
  • Kettlebell, Langhantel. Die Klassiker. Basis für Kraft, Schnellkraft und Kraftausdauer.
  • Medizinbälle, Ropes, Widerstandsbänder für ein dynamisches Training mit unterschiedlichen Kraftmomenten.
  • Gymnastikstab, Hartschaumrolle. Aktive und passive Beweglichkeit und Flexibilität.
  • AirRunner. Das mechanische Laufband mit Eigenantrieb. Leicht und schnell von A nach B mobil. Ausdauer trifft auf Schnelligkeit und Koordination.
  • Spinner Bike Chrono Power mit Wattmessung. Der Klassiker. Durch die Leistungsmessung (Kraft x Trittfrequenz) können die Teilnehmer speziell im Intervalltraining die geforderte Beanspruchung wählen.
  • AirBike und Rudergerät. Ganzkörpertraining mit zunehmenden Widerstand bei schnellerer Bewegung. Kraft plus dynamische Stabilität plus Ausdauer. Mit Wattmessung zur präzisen Intensitätssteuerung.

 

Fusion-Class Inhalte

Themenstellung und Trainingsziel liegen dicht beieinander und sollen einen klaren Wiedererkennungswert haben, die über ein „alles mal machen“ Motto hinausgehen. Das bedeutet, dass pro Class zielgruppenorientierte Trainingsziele oder die Zielgruppen direkt genannt werden.

Triathlon, Bergsport, Wassersport, …
Ausdauer und Kraft (Spinning, AirRunner, AirBike, Queenax, Langhantel, Kettlebell, …)

Laufen, Ballsportarten, Wassersport, …
Ausdauer und Schnelligkeit (Spinning, AirRunner, Langhantel, Kettlebell, Medizinball, …)

Kraft- und Fitness-Sportler, Figur-Sportler, …
Kraft und Beweglichkeit (Queenax, Langhantel, Kettlebell, Gymnastikstab, Widerstandsband, …)

Wintersportler, Sprinter, Werfer, Kraftsportler, …
Kraft und Schnelligkeit (AirRunner, AirBike, Kettlebell, Medizinball, Langhantel, …)

Gesundheitssportler, Alle, …
Beweglichkeit und Koordination (Queenax, Hartschaumrolle, Widerstandsband, Gymnastikstab, AirRunner, Langhantel, …)

Kraft-Sportler, Fitness-Sportler, …
Kraft und Koordination (Queenax, Kettlebell, Medizinball, AirRunner, Langhantel, …)

Sehr gut können aber ganz allgemein zwei oder drei Group-Fitness Stundenklassiker miteinander verbunden werden. Hier einige Beispiele:

  • Spinning und Functional-Moves an Queenax
  • Spinning und Core-Training an Queenax
  • Langhantel-Gruppentraining mit Functional-Stabilisierung an Queenax
  • Musik-Choreographie-Workouts mit Kraft und Stabilität an Queenax und Kleingeräten
  • Running-Rowing-Spinning
  • H.I.I.T. (Kraft oder Kurzzeitausdauer) und Core-Training an Queenax

Fusion-Class Formate

Wie war das noch einmal mit der durchschnittlichen Verweildauer in einem Fitness-Studio bzw. der Bereitschaft dort auch in einem bestimmten Zeitraum aktiv zu sein? 90 Minuten als Faustregel zu kalkulieren ist angebracht und funktioniert. Wird in dieser Zeit tatsächlich trainiert? Werden reale, notwendige oder überschwellige Trainingsreize gesetzt? Werden unsere Mitglieder tatsächlich fitter?

Um die notwendigen Motivationshürden (zusätzlicher Zeitaufwand, oder die Bereitschaft andere Inhalte zu trainieren) zu überspringen, bieten sich Kursformate von:

  • 30 Minuten
  • 40 Minuten
  • 50 Minuten

an, die inhaltlich in

  • zwei Themenbereiche
  • drei Themenbereiche

oder Disziplinen aufgeteilt werden können.

Um dem Training einen spezielleren Charakter zu geben, ist ein Kreis- oder Zirkeltraining – von Station zu Station nach jeder Belastungszeit, nicht die erste Wahl bei der Gestaltung. Vielmehr bestimmen die Wiederholung verschiedener Intensitäts-Zonen an einem bestimmten Gerät oder bestimmte Übungen, je nach angekündigter Zielsetzung, den Charakter einer Fusion-Class.

Intensität und Belastungsdauer bestimmen vorrangig die Trainingsmethode. Nachdem aber auch Abwechslung, ein hohes Erfolgsversprechen und Zeit die vorgegebenen Variablen sind, empfehlen sich vorrangig Intervalle im Kurzzeit-, Mittelzeit-, oder Langzeitbereich. Das können einzelne Belastungsblöcke mit lohnenden Pausen oder auch Tabata ähnliche Abläufe mit mehreren Belastungssteigerungen und kurzen Entlastungen sein.

Das Warm-Up besteht aus speziellen Imitationsbewegungen zu den ausgewählten Inhalten und ist kurz und bündig. Die Teilnehmer kommen schon aufgewärmt zum Kurs. Der Cool-Down ist ebenso gestrafft und wird nach Bedarf im Nachgang auf der allgemeinen Trainingsfläche verlängert. 5 Minuten Einstimmung zum Tagesthema, 5 Minuten Ausklang. Das wird gemeinsam gemacht und so bleiben selbst bei einem 30 Minuten Format knackige 20 Minuten, die auf 2 x 10 oder 4 x 5 aufgeteilt werden können.

Das gleiche Prinzip wenden wir bei 40 oder 50 Minuten an. Inhaltlich halbiert oder gedrittelt mit entsprechenden Intervallen, die besonders bei den länger dauernden Formaten flexibel und kreativ eingebaut und aufgebaut werden können. Je nachdem, welche leistungsbestimmenden Komponenten herausgestellt werden soll. Kraft – Kraftausdauer, Schnelligkeit – Schnelligkeitsausdauer, Kurzzeit- oder Mittelzeitausdauer. Beweglichkeit und Koordination sind immer kürzer und intensiv bei der Ausführung.

Durch diese Gestaltung profitiert auch das Herz-Kreislauf- und Stoffwechselsystem. In Summe ist die körperliche Aktivierung auf dauerhaft hohem Niveau und führt selbst bei der allgemeinen Ausdauer u nennenswerten Verbesserungen. Und das so ganz nebenbei bei einem insgesamt deutlich erhöhten Energieumsatz und ganzheitlichen Training.

Fusion-Classes sind modern, kurzweilig, inhaltsreich und helfen den Teilnehmern, ihrer Komfortzone zu entweichen. Spinning Teilnehmer erreichen dadurch leicht und effizient Ihre Trainingsziele – Training, das sich lohnt.

Das Motto kann durchaus lauten: „Übst Du noch oder trainierst Du schon?“

Author Information

von Martin Timmermann, Oktober 2017

Martin ist Dipl. Sportwissenschaftler (Univ.), Spinning Master Instruktor sowie Power Specialist Master Trainer und seit 18 Jahren internationaler Ausbilder und Referent für das Spinning Programm. Für den Konzern Amer Sports mit der Marke PRECOR ist Martin als Strategic Account und Category Manager tätig.