Spinning Special Tour de France – die 21 Kehren von l´Alpe d´Huez

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Spinning Special Tour de France – die 21 Kehren von l´Alpe d´Huez

Spinning Journey Ride

„Das Spinner Bike ist ein Bike mit dem man überall hinkommt; das einen aber nirgendwo hinbringt“ Fragezeichen? Was ist denn damit gemeint? Natürlich geht es bei Indoor Training um Trainingsziele, Trainingsmethoden und –Inhalte und viele Male ganz einfach nur um das Erleben – wie eine Fahrrad-Tour mit hohen Erlebniswert. Das Besondere daran, je „schöner“ die Strecke, umso schneller vergeht die Zeit und umso leichter fällt auch die manchmal unvermeidliche Anstrengung.

Das Radsport Highlight zur Tour de France mit einer Etappe hinauf zum legendären Rennradmekka l`Alpe d´Huez bietet dazu jede Menge kreativen und gestalterischen Input für eine „Spezial-Spinning-Stunde“.

L´Alpe d´Huez – der Radsport Mythos

In den französischen Alpen findet man die berühmtesten 21 Serpentinen der Welt auf einer Strecke von  fast 14 km und ca. 1090 Höhenmeter. Kurz nach dem Zentrum von Le Bourg-d’Oisans auf 760m Meereshöhe beginnt entweder ein Berg-Einzelzeitfahren oder der letzte Abschnitt einer langen T.d.F. Tagesetappe, um einen Sieger zu krönen. Auch für ambitionierte Freizeitfahrer ist eine Zeitmessanlage installiert. Die Urkunde ist selbstverständlich inklusive.

Man sieht daran deutlich den extrem hohen Stellenwert und die Bekanntheit dieses Teilstücks. Jeder will sich mit den Besten der Welt messen und sein Image aufpolieren, sollte die Gesamtfahrzeit passen. Die Rekorde an diesem Anstieg klingen unerreichbar. 1090 hm und 13,8km in unter 37min sind zu schlagen. Eine durchschnittliche Steigung von ca. 8%, die sich aus Rampen mit 15% und leichteren Abschnitten zusammensetzt, fordert jede Muskelfaser und jeden Herzschlag – ganz nebenbei liegt die Durchschnitt-Geschwindigkeit bei ca. 23km/h. Der normal sportliche Radfahrer schafft gerade mal das halbe Tempo!

L´Alpe d´Huez ist Kult und er wird gepflegt. Alle Tour de France Etappen- oder Berg-Einzelzeitfahrsieger dieser Strecke sind auf der Rückseite eines jeden Schildes der nummerierten Kehren eingetragen, quasi der ´Alpen Walk of Fame`. Die berühmtesten Namen aus der Radsportgeschichte stehen dort zum Entdecken und Fotografieren. 21 Serpentinen, die Geschichten erzählen und sich hervorragend als Erlebnis Spinning Event eignen.

Die Ausschreibung

Jede Sportveranstaltung, touristisch oder als Wettkampf, wird angekündigt und wirbt für zahlreiche Teilnehmer. Das gilt auch für den Erfolg eines Spinning Special im eigenen Fitness Club. Dieses Jahr ist die Zielankunft in l´Alpe d´Huez der letzte Tages-Etappenabschnitt mit insgesamt 175,5 km. Die finalen 13,8 km sind es, die ein weiteres Mal große Aufmerksamkeit bekommen werden. Genau aus diesem Grund – EINFACH LIVE DABEI SEIN – rechtzeitig, schnell und direkt hier für dieses Spinning Spektakel ein Bike reservieren.

Die Ausschreibung hängt im großen Format und prominent im Spinning Raum, in den Umkleiden und an der Rezeption, wo ein geschultes Team die Interessenten für die Teilnahme eintragen. Ob es was kosten darf? Klar, denn es gibt Team T-Shirts. Teams, die in einer Gesamtwertung im Vergleich stehen. Auf Bikes, die die erbrachte Leistung messen, ist die gewinnende Mannschaft schnell festzustellen. Bergauf ist die funktionelle Leistung entscheidend. Welches Team hat den größten Durchschnitt an geleisteten Watt pro Kilogramm Körpergewicht und wird gewinnen? Sind keine Spinner Chrono Power Bikes mit Leistungsdaten vor Ort, können als Ersatz individuelle HF-Zonen zum Vergleich herangezogen werden – oder auch geschätzte Kalorienwerte.

Die Teamzusammenstellung

Die Bike-Anzahl auf 3-4 Teams aufgeteilt ergibt bestimmt eine hoffnungsvolle Gewinnchance, falls die Teams ausgewogen zusammengestellt werden. Eine Möglichkeit ist es, Altersgruppen zu definieren und dann per Los auf alle Gruppen, die Teams, zu verteilen, so dass der Durchschnitt an Lebensjahren annähernd gleich groß ist. Statt dem Alter eignet sich auch das Körpergewicht oder die geschätzte Leistungsfähigkeit.

Das Spinning Profil

In einem Zeitrahmen von 60 min werden die letzten 13,8km in der  Fabelzeit von 37min eingebunden. 13 min Warm-Up – 37 min Race – 10 min Cool-Down.

37 min geht es mit einer Streckensimulation nur Bergauf. Der Coach gibt für die einzelnen Streckenabschnitte die Steilheit des Anstieges vor. Charakteristisch sind die 21 Serpentinen, die immer einem Streckensieger zugeordnet worden sind und selbstverständlich kurz erwähnt werden. Jede Kehre, jede Serpentine wird an der Kurveninnseite, wo es am Steilsten ist, und im Wiegetritt gefahren. Somit geht es 21 mal mit „RESISTANCE LOADING“ aus dem Sattel.

Bei jeder Serpentine raus aus dem Sattel – 21 mal

Der Anstieg nach Alpe d'Huez beginnt kurz hinter Bourg d'Oisans, die Abzweigung ist leicht zu erkennen. Am Anfang ist es noch flach, dann geht es los – und zwar gleich mit der steilsten Rampe des gesamten Anstiegs. In den Kehren bis La Garde sind die steilsten Passagen, denn die Straße ist hier mehr oder weniger in eine senkrechte Wand gebaut. Auf der Kante der ersten Steilstufe und nach den ersten 12 Kehren dann liegt das Dörfchen La Garde.

Bald kommt die zweite Steilstufe, die mit den Kehren 13 bis 8 überwunden wird. Am Ende dieses Steilstücks dann, bei der Kurve 7, steht die kleine Kapelle St. Ferréol. Kurz vor der Kurve kann man wieder schöne Talblicke genießen. Vorbei an Huez warten die letzten Serpentinen. Zwischen der Kurve 4 und der Kurve 3 kommt eine Kreuzung, doch die Tourstrecke zwingt einen weiter geradeaus. Die Asphaltkunst mit großen Lettern ist immer noch deutlich erkennbar und erinnert and die vielen Tour und Alpe d´Huez Tagen.

Zwischen Kurve 2 und Kurve 1 dann das Ortsschild. Bis zum Ortseingang ist es nicht mehr weit, die letzte Kurve kommt, die Kurve mit der Nr. 1 – die letzte nummerierte. Und dann ist man drin, in Alpe d'Huez.

Im Ort folgt man natürlich weiter der Tour-Strecke, sonst ist dieses Special nicht komplett. Zwei Serpentinen, ein kurzes Gefälle, zwei Kreisel und dann die Zielgerade und man hat es dann fast geschafft: Die Zielgerade ist zwar nicht sehr lang und schön breit und man kann sich auf einen letzten Zielspurt einlassen. Der hat es in sich, denn es geht nochmal ordentlich bergauf. Wie in Trance kommt das Bike zum Stehen und nach einigen Minuten lichtet sich dann auch der Nebel der 37 Minuten langen Anstrengung.

Die Strecke – das Coaching

37 min Entertainment, Motivation, Anfeuern, Anstrengen, Antritte, Ausreißen, Überwinden, Leiden, Quälen, Brennen, Atmen und Gewinnen. Der Berg unterschiedlich steil, unterschiedlich schnell und der Sonne und Hitze in allen Temperaturbereichen ausgesetzt. Das ist die Challenge, die vom Coach interpretiert und 1:1 an die teilnehmenden Athleten weitergegeben wird. Gecoacht werden Fahrsituationen und Emotionen, so dass die enthusiastischen Teams tief in ein visualisiertes Renngeschehen eintauchen können.

Musikauswahl

Wählt zu Beginn eine spannende und aktivierend wirkende Musik mit einer mittleren und leicht zu kontrollierenden Geschwindigkeit. Das Warm-Up ist ein Aktivieren und ein ins Schwitzen kommen.

Der Hauptteil von 37 min ist musikalisch treibend und fordernd. Mit Elementen, die zwischendurch zu einem Antritt oder Ausreißversuch auffordern kommt zusätzlich Spannung ins Spiel. Wenn dann eine ruhigere aber weiterhin kraftvolle Musik wieder Konstanz in die Bergauffahrt bringt schafft eine gute Gelegenheit für Zuspruch und Mut und weiter durchzuhalten.

Mit der Zieldurchfahrt wird musikalisch belohnt. Film Musik ist hier bestens geeignet und unterstützt den Cool-Down.

Alpe d´Huez musikalisch zu untermalen ist wie ein Spielfilm mit Prolog – mehreren Zwischenhöhepunkten und selbstverständlichem Happy End auf dem Siegerpodest. Die besten wollen und dürfen selbstverständlich Wangen-geküsst werden.

 

Author Information

von Martin Timmermann, Juli 2018

Martin ist Dipl. Sportwissenschaftler (Univ.), Spinning Master Instruktor sowie Power Specialist Master Trainer und seit 18 Jahren internationaler Ausbilder und Referent für das Spinning Programm. Für den Konzern Amer Sports mit der Marke PRECOR ist Martin als Strategic Account und Category Manager tätig.